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 18 marca 1898 - 28 sierpnia 1969

Karol Małłek  stammte aus einer alten masurischen Familie mit polnischen Traditionen. Er ging als Kenner der Sitten und Bräuche des masurischen Volkes, als erfahrener Pädagoge und Erzieher sowie als hervorragender Erzähler und Popularisator der masurischen Traditionen in die Geschichte ein.

Das Heldentum von Karol Małłek entspringt seinem Kampf um die Rettung der Masuren als nationale Gruppe. Er war von Beginn seiner Tätigkeit zum Scheitern verurteilt. Erst die Volksabstimmung, danach der Krieg und die Nachkriegsrealität waren für seine Träume nicht günstig. Er gab jedoch niemals auf und versuchte es immer wieder von Neuem.

Er gehörte zu der Generation, die während der turbulenten Jahre des Ersten Weltkriegs erwachsen wurde. Er wurde zur preußischen Armee einberufen und kämpfte in der Umgebung von Verdun. Er sammelte damals neue Erfahrungen und politische Ideen. Vor ihm öffneten sich neue Horizonte des gesellschaftlichen Denkens. Damals wuchs in der aktiven Natur Karol Małłeks das Bedürfnis, aktiv zu werden.

In der Soldauer Region kämpfte er darum, dass die Masuren in diesem Teil Polens blieben, dass sie nicht verfolgt, erniedrigt und von ihren Höfen vertrieben wurden. Er interessierte sich auch für die Masuren in Ostpreußen. Er glaubte, dass zwischen ihnen eine Verbindung entstehen würde. Das gelang jedoch nicht.

Ab 1921 wurde er Mitglied der Gesellschaft der Freunde Masurens, bei der er 1923 den Kreis der masurischen Jugend gründete.

In der Zwischenkriegszeit ergriff er den Lehrberuf, erzog junge Menschen und führte eine aktive nationale Tätigkeit. Während seiner pädagogischen Arbeit sammelte er Erfahrungen für die nationale Tätigkeit in Masuren auf beiden Seiten der Grenze. Er führte Gespräche mit Masuren und studierte die Geschichte und Bräuche des masurischen Volkes.

In den dreißiger Jahren sammelte er masurische Folklore und arbeitete die Schauspiele „Hochzeitsfest in den Masuren“, „Ausbeute. Erntedankfest in Masuren“ und „Eine masurische Hochzeit“. Der preußische Staat unterstützte die alten slawischen Bräuche in Masuren nicht. Die Nationalsozialisten verboten die Aufführungen des „Hochzeitsfests“, das nach 1918 nicht zum deutschen Grenzland passte.

Karol Małłek gelang es, bis 1939 diese Tradition in Volksschulen im Soldauer Gebiet wiederzubeleben und aufrecht zu erhalten. Wir verdanken ihm die einzige und authentische im masurischen Dialekt erhaltenen Überlieferung des Brauchs des Hochzeitsfestes.

Er arbeitete mit der „Masurischen Zeitung“ sowie dem Kalender für Masuren“ zusammen. Er veröffentlichte Gedichte, Artikel, folkloristische Arbeiten und Feuilletons.

Im Jahr 1935 gründete er gemeinsam mit einer Gruppe Masuren den Verband der Masuren, dessen Vorsitzender er wurde. Die Aktivität in diesem Verband stieß auf Schwierigkeiten, die aus wesentlichen Einflüssen deutscher Organisationen, aber auch der Haltung der lokalen polnischen Behörden resultierten. Die deutschen Organisationen leisteten gegen jegliche Versuche der Tätigkeit der masurischen Bewegung Widerstand. Die polnischen Behörden verstanden weder die Besonderheit der lokalen Bevölkerung, noch wussten sie dieses Land als das ganze nördliche deutsch-polnische Grenzland zu schätzen. Karol  Małłek spricht diese Probleme in seinen Erinnerungen an. Er schreibt von dem Alltag einer bäuerlichen masurischen Familie, der alltäglichen Arbeit eines Lehrers einer Dorfschule, er stellt Berichte von Gesprächen mit einfachen Leuten und die Beschreibung der politischen Kämpfe mit deutschen nationalistischen Organisationen und zwischen den polnischen Parteien vor.   

In der Zeit des Krieges verbarg er sich zusammen mit anderen Aktivisten aus dem Soldauer Gebiet bei Warschau. Sie wurden von der Gestapo als „Renegaten“ gesucht. Karol Małłek verbarg sich unter dem Namen Jan Michał Skoryna. Er unterhielt Kontakte zu masurischen Aktivisten. Er organisierte das geheime Masurische Wissenschaftsinstitut, dessen Ziel es war, wissenschaftliche Materialien zur Rückkehr Masurens zu Polen vorzubereiten. 1943 reaktivierte er den Verband der Masuren. Im Dezember 1944 referierte er im Sitz des PKWN (i.e. Polnisches Komitee der nationalen Befreiung) über masurische Probleme.

Nach dem Krieg organisierte und leitete er die Masurische Volksuniversität in Waldheim. Auf diese Weise rettete er die masurische Jugend vor dem Abtransport nach Sibirien und vor weitern Vergewaltigungen. Er schützte sie vor Hunger und gab ihnen eine gewisse Art Sicherheitsgefühl. Karol Małłek meinte, man solle den Masuren die polnische Sprache beibringen und den jungen Menschen gute Bedingungen für ihre Bildung schaffen. Er hoffte, dass eine Schicht der masurischen Intelligenz entsteht, die eine entsprechende Haltung einnimmt und den Masuren Sicherheit garantiert. Dazu kam es jedoch nicht.  

In der stalinistischen Zeit waren alle masurischen Aktivisten der Vorkriegszeit, wie auch die masurischen Familien auf dem Land, die sich mit Elend und Gesetzlosigkeit herumschlugen, von der Tragödie betroffen. Im Jahr 1950 wurde Karol Małłek aus der Partei geworfen, ihm seine Arbeitsstelle entzogen und die Masurische Volksuniversität aufgelöst. Bis zum Jahr 1957 erhielt er keine Beschäftigung.

Ab 1952 wohnte er mit seiner Familie in Kruttinnen, die für ihn ein Rückhalt bis an sein Lebensende wurde. Hier verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens, er verbrachte sie unter den Menschen, für die er gelebt hatte und denen er immer hatte dienen wollen. Er schmiedete Pläne zum Ausbau des entzückenden masurischen Dorfes. Die Ideen, mit denen er sich bei allen Institutionen der Woiwodschaft meldete, waren von der Sorge um die Entwicklung der Erde an den Seen gekennzeichnet, auf der neben Masuren und Ermländern Polen wohnten, die aus verschiedenen Regionen Polens zugezogen waren.

Mit dem Tod von Karol Małłek am 28. August 1969 endet die Geschichte des masurischen Volkes als historische Formation, wie Erwin Kruk schreibt, mit einem bestimmten Gepäck an Erbe und kultivierten Traditionen, und es bleibt einzig die Geschichte der Masuren als Restchen einer Stammesgruppe um Zustand des Zerfalls. Seit dem Begräbnis des „letzten Masuren“ verließen diese Region über fünfzigtausend Masuren und Ermländer.

 

Text.: M.Grygo

 

 

Karol Małłek

28 August 2019
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Foto.: gazetaolsztynska.pl

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