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30 May 2026

Nachruf für Prof. Klaus Kowalewski  

     „Die Schöpfung ist niemals vollendet. Sie hat zwar einmal angefangen, aber sie wird niemals aufhören.“

(Immanuel Kant) 

 

 

 

In Königsberg geboren und verbrachte die ersten glücklichen Kindheitsjahre in Prostken. Nach einer dramatischen Flucht strandete er mit Mutter und Oma im Januar 1945 auf einem Abstellgleis in Roggentin, einem kleinen Dorf bei Rostock. Die Kohlen waren ausgegangen. Ein neues Leben an einem fremden Ort begann. Seine Mutter und Oma erzählten viel aus ihrer alten Heimat und so war ihm Masuren trotzdem vertraut. Vielleicht regte auch dies seine Neugier und seinen Wissensdurst an. Er sog alles greifbare Wissen wie ein Schwamm auf und stellte sein ganzes Leben Fragen und interessierte sich für fast alles. 

Nach sehr gutem Abschluss der 8.Klasse einer kleinen Dorfschule und den Stationen Ausbildung zum Schiffselektriker, ABF, Studium der Schiffselektrotechnik, Schifffahrt als Erprobungsingenieur wurde er schließlich zum Professor für Schiffsbetriebstechnik berufen und bildete angehende Schiffsoffiziere aus. Er war in seinem Element – Wissen erlangen und dies mit Freude und Leidenschaft weitergeben. 

Er hatte in Rostock eine Familie gegründet und bezeichnete sich als gerne auch als „BeuteMecklenburger“. Er sagte immer, dass er an zwei Orten Heimat gefunden hat und konnte beides durch seine Recherchen zur Geschichte und den Geschichten verbinden. Seine stetig angewachsene Bibliothek zeugt davon.

Klaus liebte die Natur, besonders Rügen. Auch Masuren, Ostpreußen und die baltischen Länder wurden seine Reiseziele. Dabei erforschte er nicht nur seine Familiengeschichte der Kowalewski – Borutta - Groß aus Pientken – Dombrowsken – Prostken, sondern setzte alles in den großen Kontext der Geschichte von den Slawen über den Deutschen Orden bis in die Gegenwart. 

Aus dem Stehgreif konnte er über die verschiedensten Themen referieren.  Dabei erzählte er mit Händen und Füßen und auf seine ganz eigene schelmische Art und zog eigentlich alle Zuhörer in seinen Bann

Etliche Teilnehmer der Reisen nach Ostpreußen werden sich sicherlich daran erinnern. Seine persönlichen Höhepunkte waren die Auftritte des Kantchores vor Ort oder bei den Ostpreußentreffen oder wenn er das „Ännchen von Tharau“ hören konnte. Auf seine Weise brachte er sich in die Heimattreffen ein und es gab viele Mitstreiter, mit denen ihn eine Freundschaft verband, wie z.B. Reinhard Donder. Sie konnten endlos diskutieren, philosophieren und plachandern.

Klaus war ein Unruhegeist und Stillstand war überhaupt nicht sein Ding. Mit seiner Energie konnte er alle anstecken und mitreißen. Am 15.September 2025 ist er nach schwerer Krankheit auf seine Reise zu den Ahnen gegangen und wird uns nun auf andere Art und Weise begleiten. Auf seiner geliebten Insel Rügen hat er seine Ruhestätte gefunden und für Masuren lassen wir uns etwas einfallen.

Seine Stimme in regen Gesprächen ist verstummt, doch die Neugier auf Leben und Wissen, die hat er bei vielen geweckt. Seine Energie werden wir hoffentlich weiterhin spüren.  Voller Dankbarkeit für die intensive Zeit zusammen! 

 

Deine Familie, Deine Freunde, Deine Begleiter

Reinhard Donder 

 

 

 

 

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