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an open book on a blanket in the grass
19 September 2026

Bernstein, "braunes Gold" Ostpreußens und seine Geschichte! 

Einen direkten Handel mit dem braunen Gold, betrieben die Kaufleute, der klassischen Seidenstraße mit Ostpreußen und Masuren nicht! 

Trotzdem war es schon eine hochgeschätzte Ware in der Antike, die aus Ostpreußen kam. Selbst die Kaiser Chinas und die Cäsaren Roms liebten das braune Gold!

Ostpreußen, Masuren und die Seidenstraße gehörten geographisch und historisch unterschiedlichen Handelsnetzwerken an.  

Sie waren aber durch Zwischenhändler indirekt verbunden. 

Die Seidenstraße war ein Netzwerk von Karawanenwegen, über 8000 Kilometer lang. Sie gingen von China kommend über Zentalasien bis hin zum Mittelmeer, wie Antiochia über Konstantinopel.

Und befand sich südlich der baltischen Region. Ostpreußen und Masuren, in der Nähe der Ostsee, im Norden Europas, lag viele Tausende Kilometer abseits der Routen. 

Auf der Seidenstraße waren die typischen Seidenstraßen - Kaufleute unterwegs, Sonder, Perser und chinesische Händler. Ihre Handelsware war Seide, Gewürze, Porzellan und Jade. Obwohl die Händler der Seidenstraße nie den Norden erreichten, gab es aber trotzdem ein Warenaustausch.

Die Verbindung hier für war die Bernsteinstraße. 

Sie ging von der Ostseeküste, Samland/Ostpreußen bis an die Adria, Aquileia. Hier waren Germanen, Balten und römische Kaufleute tätig. Der Handel im Mittelalter funktionierte nie als durchgehende Fernreise eines Kaufmanns, sondern hier sprach man vom Etappenhandel.

Heimische Stämme im Samland, heute Oblast, Kaliningrad, ebenfalls Ostpreußen, sammelten den Bernstein. Er wurde von ihnen an die Händler verkauft, die ihn über die Bersteinstraße nach Süden brachten. Die beiden Straßen trafen im Schwarzmeerraum oder Byzantinischen Reich aufeinander. Römische oder persische Händler kauften dort den baltischen Bernstein. So gelangte der Bernstein auf die Route der Seidenstraße und kam nach Zentralasien und China. 

Hier wurde er als edles Schmuckmaterial oder Medizin, geschätzt! Selbst die Kaiser von China, in ihrem Palst, "Verbotene Stadt", mit ihren Konkubinen und 1000 Eunueon, liebte den Bernstein und ließ Kunstwerke anfertigen, die man heute in Museen bewundern kann.

So kam er von Ostpreußen nach China! 

Auf dem gleichen Weg nur umgekehrt, gelangten seltene Seidenstoffe, römisches Glas, Gewürze und Jade, bis in den Norden von Ostpreußen.

Hier galten die Waren als Statussymbole!

Wie gesagt, bekannt war der Ostpreußische Bernstein schon in der Antike! 

Es wurde in jener Zeit, unter Kaiser Nero, in den Regionen, in denen man Bernstein fand,  Handel betrieben. 

Es gab zwar noch keine großen Städte, aber es existierten Sammel - und Tauschplätze an der Küste, an denen die römischen Kaufleute eintrafen. Hier war es die Halbinsel Samland, westlich von Königsberg. Das Samland war das Zentrum der Bernsteingewinnung, "Glandia" oder Küste der Aestier.

Die Kaufleute reisten im Auftrag von Kaiser Nero, um den im Tagebau gesammelten Bernstein, tonnenweise aufzukaufen. Die Ware Bernstein wurde gegen römische Münzen, Bronzegefäße und Glaskunst eingetauscht. Dann kam das Frühmittelalter! 

Durch die Wikinger wurden Seehandelplätze gegründet. Es waren skandinavische Seefahrer und Händler, die Stützpunkte an den Küsten und Haffen errichteten. Ein reger Tauschhandel mit den ansässigen, baltischen Stämmen, den Prußen, fand statt.

Truso, Elblag/Elbing, Polen, galt als Atlantis des Nordens. 

Damals einer der größten skandinavischen - baltischen Handelplätze an der gesamten Ostküste. Strategisch günstig im Weichseldelta, am Frischen Haff gelegen, heute Drausensee.

Der Bernstein war Haupthandelsware, es wurden Tonnen von Rohmaterial verarbeite. 

Bei Ausgrabungen fand man arabische Silbermünzen, Dirhame, aus Bagdad, Waagschalen, europäische Glasperlen und Waffen, ebenso Wikingerschmuck! 

Truso war über die Flussläufe tief mit dem osteuropäischen Binnenland vernetzt. Ein weiterer wichtiger Stützbunkt von den Wikingern war Kaup/Wiskiauten, er befand sich auf dem Samland, heute Oblast, Kaliningrad. Südlich der Kurischen Nehrung, in der Nähe des Dorfes Wiskiauten. 

Bei Ausgrabungen fand man 500 Grabhügel, die bewiesen, dass eine Siedlung skandinavische Siedler vorhanden gewesen war. Hier wurde der Rohbernstein von den samländischen Prußen aufgekauft. Man verschiffte ihn über die  Ostsee nach Skandinavien oder Haithabu. Haithabu war eine große Wikingersiedlung in Schleswig Holstein. Heute eine Museumsstätte, die dokumentiert, wie das Leben im Alltag, von den Wikingern aus sah. 

Ab dem 13. bis zum 16. Jahehundert, handelte die Hanse mit dem ostpreußischen Bernstein. Ab 1264 übernahm der Deutsche Orden die Herrschaft über Ostpreußen, Samland und führte das Bernsteinregal ein. Es war ein Monopol, nur noch der Orden durfte Bernstein verkaufen. Wurde er privat verkauft, drohte die Todesstrafe! 

Im späten 15. Jahrhundert verlor der Orden an Macht. Die Hansestadt Danzig gründete 1480, eine eigene Bernsteindrehe Zunft. Der Handel verlagerte sich vom klassischen Fernhandel zu den lokalen Zünften.

Die Hanse verlor im 16. und 17.Jahrhundert an Bedeutung! 

Aber was ist so besonders an dem Bernstein, braunes Gold von Ostpreußen, wissenschaftlich auch Succinit genannt?

Es wurden ja schon in der Antike, tonnenweise mit dem Wunder der Natur gehandelt. Eigentlich ein Harz von Jahrmillionen alten Bäumen, welches an den Küsten um die Region des damaligen Königsberg, heute Kaliningrad und der Ostsee vorkommt. 

Was fasziniert die Menschen an diesem Naturharz mit Einschlüssen? Man verwendet es zur Schmuckverarbeitung, oft als Talisman getragen, mit fossilem Inhalt oder Rosenkränzen! Jahrtausende bis weit in die Neuzeit, wurde er und wird als Medizin verwendet! Als Pulver, Tinkturen und Salben! Vor dem ersten Weltkrieg gab es den Bernstein Schnaps. In Apotheken wurde Bernstein als Räuchermittel verkauft.

In der chinesischen Medizin wird er heute noch angewendet. 

In der Kosmetik findet er Verwendung. Und er hat eine Antibakterielle Wirkung! 

Zur Beruhigung, er verursacht beim Anfassen ein warmes Gefühl! Oder man baut eine komplette Wandverkleidung für ein Zimmer, das berühmte Bernsteinzimmer!

Der Bernstein stammte aus den wichtigsten historischen Lagerstätten in Ostpreußen. Danziger und Königsberger Bernsteinmeister verarbeiteten mehrere Tonnen des Naturproduktes. Angefertigt wurde es im Auftrag des preußischen Königs, Friedrich I. Nach seinem Tod erbte es der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm l. 

Dieser schenkte es dem russischen Zaren Peter dem Großen, 1716. Als Gegengeschenk, bekam der König vom Zaren, großgewachsene Soldaten, die "Langen Kerls." Unter der russischen Zarin Elisabeth wurde das Zimmer erweitert und im Katharinenpalast bei St. Petersburg, eingebaut.

Es folgte 1917 die Oktoberrevolution, die am 7. November war! Russland hatte noch den Julianischen Kalender, er hinkte dem Gregorianischen Kalender, im restlichen Europa, 13 Tage hinter her! 

Der Besitz der Zarenresidenzen wurde Eigentum des sowjetischen Staates. In den Jahren 1941 - 1945, nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, wurde das Bernsteinzimmer, Beutegut der Nazis! Man brachte es nach Königsberg, Ostpreußen und es wurde im Schloss ausgestellt. Seit dem schweren Luftangriffe der Briten, August 1944, das Schloss brannte völlig aus, auf Königsberg und den Einmarsch der Roten Armee 1944/45, gilt das Bernsteinzimmer als verschollen. Nicht mehr lebende Zeitzeugen berichteten, dass vor dem Luftangriffe, der Alliierten, das Bernsteinzimmer abgebaut  und auf LKW 'S mit dem Roten Kreuzzeichen verladen wurde. Angeblich transportierte man es  in Richtung Westen ab. Wieder andere waren der Meinung, es sei in den Gewölben des Schlosses eingemauert worden. 1968 wurde die Restruine des Königsberger Schlosse von den Sowjets gesprengt!

Heute steht dort ein halbfertiges Gebäude, "Haus der Räte!" 

Hat man das Geheimnis des Bernsteinzimmers unter dem Bauschutt begraben? Oder hält hier Friedrich Wilhelm II., mit seinem Geisterglaube und der Magie, die  damals die Politik gefährlich beeinträchtig hatten, schützend seine Hände über dem Zimmer? Oder hat es sich die Meeresgöttin Jurale in ihr Reich zurück geholt? Bis heute hat das Bernsteinzimmer den Zauber der Magie nicht verloren! Nach dem Krieg vermutete man, dass das Zimmer in irgend welche Bergwerksstollen im Thürinischen verschwunden sei, eine Suche blieb bis heute ergebnislos. Hin und wieder flackerte in Pressemitteilungen auf, man hätte kleine Teile des Bernsteinzimmers gefunden, aber diese entpuppten sich als Zeitungsenten! 

1979 begann man, nach alten Fotos und Unterlagen 24 Jahre lang bis 2003, das Bernsteinzimmer nachzubauen, pünktlich zur 300 Jahr - Feier der Stadt Petersburg war es fertig. Der verwendete Bernstein stammte aus dem ehemaligen Ostpreußen, nach 1945 russisch!

Der Nachbau befindet sich heute im Katharinenpalast in Puschkin. Der Bernstein wird heute bei den Touristen als Schmuck geschätzt! Viele versuchen ihn, bei einem Strandspaziergang als Andenken, selbst zu finden.

Aber vorsicht, Gold ist nicht gleich Gold! 

Es kommt immer öfter vor, dass man Phosphorstücke findet, die so ähnlich wie Bernstein aussehen.

Die Stücke brennen von selbst und entwickeln eine Hitze von 1300 Grad, sie sind hochgradig giftig! 

Damit man das ehemalige Ostpreußen Masuren in guter Erinnerung behält, sollte man sich lieber im Fachladen beraten lassen und auch kaufen!

Das "braune Gold" Ostpreußens!  

 

Vom Redaktion: 

Im Museum in Mauerwald /Mamerki bei  Angerburg,/Węgorzewo wurde am 26. April 2025 ein neuer Ausstellungspavillon eröffnet, in dem die Besucher eine Nachbildung des berühmten Bernsteinzimmers im Maßstab 1:1 bewundern können (Wände, Decke, Boden mit den Maßen 10 m x 10 m, Höhe 8 m). Das Projekt wurde mithilfe der 3D-Drucktechnologie realisiert. 

 

 

Webmaster: Ewa Dulna

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